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Junge Grüne Aargau zum Fall in Untersiggenthal

(jg) Die Recherchen zu den mutmasslichen Fällen sexualisierter Gewalt in Untersiggenthal haben grosse Betroffenheit ausgelöst. Die Jungen Grünen Aargau verurteilen die mutmasslichen Taten aufs Schärfste, fordern eine umfassende Aufarbeitung des Behördenhandelns und weisen darauf hin, dass sexuelle Gewalt kein Einzelfall, sondern ein strukturelles gesellschaftliches Problem ist.

Die Recherchen zu den «mutmasslichen» Fällen der sexualisierten Gewalt in Untersiggenthal treffen uns zutiefst. Für Personen, welche es nicht mitbekommen haben: Ein ehemaliger SVP-Grossrat soll über mehrere Monate hinweg die minderjährige Tochter seiner damaligen Partnerin, die Partnerin selbst sowie eine weitere Frau sediert und an ihnen sexuelle Gewalt ausgeübt haben. Die gesamte Recherche kann in den Medien nachgelesen werden. Auch die Jungen Grünen Aargau sind erschüttert und verurteilen die Tat aufs Schärfste.

Dieser Fall zeige deutlich, dass sexualisierte Gewalt nicht isoliert betrachtet werden könne. Er mache die Mehrschichtigkeit von gesellschaftlichen Problemen einmal mehr sichtbar. «Patriarchale Machtverhältnisse, migrationsrechtliche Abhängigkeiten, soziale Ungleichheit und institutionelles Handeln wirken zusammen und verstärken sich gegenseitig. Gerade dieses Zusammenspiel macht Betroffene besonders verletzlich und erschwert den Zugang zu Schutz und Unterstützung», schreiben die Jungen Grünen.

Besonders gravierend sei jedoch das Verhalten der zuständigen Behörden. Betroffene von sexualisierter Gewalt müssten darauf vertrauen können, dass sie von Behörden geschützt, ernst genommen und unterstützt werden. Die Berichterstattung zeige, dass Schutz und Unterstützung durch staatliche Strukturen nicht für alle Menschen gleichermassen gewährleistet werden.

Doch dieser Fall sei kein Einzelfall. «Immer wieder werden Fälle bekannt. Es ist wichtig anzuerkennen, dass es sich dabei nicht um ein privates Problem einer Einzelperson handelt, sondern um ein strukturelles gesellschaftliches Problem.» Umso wichtiger sei es, nicht nur die «mutmasslichen» Taten aufzuklären, sondern auch jene Strukturen zu verändern, die Gewalt begünstigen oder Betroffene daran hindern, Hilfe zu erhalten.

Deshalb fordern auch die Jungen Grünen Aargau eine umfassende, unabhängige und transparente Aufarbeitung des Behördenversagens. «Gleichzeitig braucht es einen konsequenten Ausbau des Opferschutzes: Betroffene müssen direkten Zugang zu psychologischer Unterstützung und Opferhilfe erhalten - unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus oder ihrem Wohnort. Wir schliessen uns der Mahnwache am Montag, 27. Juli, von 18 bis 20 Uhr auf dem Dorfplatz (Kornfeldweg 1) in Untersiggenthal an und rufen alle dazu auf, gemeinsam Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen. Sexualisierte Gewalt geht uns alle an - Schweigen und Wegschauen dürfen keine Option sein. Die Scham muss die Seite wechseln!», so die Partei in ihrer Medienmitteilung.