(dm) Die Mitte Aargau begrüsst den Start der Anhörung zum neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz. Mit dem heute präsentierten Entwurf macht der Kanton Aargau einen wichtigen Schritt: Kinder und Familien sollen Unterstützung erhalten, bevor aus Problemen Krisen werden. Die Mitte Aargau unterstützt diese Stossrichtung und wird sich konstruktiv in die nun gestartete Anhörung einbringen.
Die Herausforderungen nehmen zu. Psychosoziale Belastungen bei Kindern und Jugendlichen steigen, gleichzeitig werden die Folgekosten später Interventionen immer grösser. Der Aargau verfügt zwar über zahlreiche Hilfsangebote, diese sind jedoch teilweise zu wenig aufeinander abgestimmt. Regionale Unterschiede und Versorgungslücken können dazu führen, dass Unterstützung zu spät oder zu kompliziert bei den Betroffenen ankommt.
Für die Mitte ist deshalb klar: Frühe Hilfe ist keine zusätzliche Ausgabe, sondern eine Investition. Niederschwellige Beratung und Unterstützung können verhindern, dass später teure und einschneidende Massnahmen notwendig werden. Genau diese präventive Wirkung muss im Zentrum des neuen Gesetzes stehen.
Die Mitte begrüsst insbesondere, dass die Kinder- und Jugendhilfe weiterhin als Verbundaufgabe von Kanton, Regionen und Gemeinden gedacht wird. Die Gemeinden kennen die lokalen Verhältnisse und sind nahe bei den Familien. Gleichzeitig braucht es dort eine kantonale Koordination, wo regionale oder überregionale Lösungen sinnvoll und notwendig sind. Die Mitte will keine Zentralisierung um jeden Preis, sondern eine bessere Zusammenarbeit, klare Zuständigkeiten und weniger Lücken.
Der Kanton soll Rahmenbedingungen schaffen, koordinieren. Die Gemeinden und Regionen aber sollen genügend Spielraum behalten, um passende Lösungen vor Ort zu entwickeln. Dass der Kanton Anreize schafft, die Gemeinden ihre regionale Zusammenarbeit aber selber bestimmen können, entspricht diesem pragmatischen Ansatz.
Denn auch bei einem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen gilt: Jeder Franken soll möglichst viel Wirkung für Kinder und Jugendliche entfalten. Der Ausbau niederschwelliger Angebote kann langfristig Kosten senken – vorausgesetzt, die Angebote sind gut koordiniert und werden dort eingesetzt, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Die Mitte erwartet, dass ein möglicher Kostenteiler richtig eingesetzt wird; die Abwälzung der Kosten auf die Gemeinden ist die falsche Strategie!
Die Mitte Aargau steht für eine Kinder- und Jugendhilfe, die hinschaut, früh handelt und Verantwortung übernimmt. Nicht mehr Strukturen sind das Ziel – sondern bessere Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien. «Nicht möglichst viele Angebote machen den Unterschied, sondern gut koordinierte zur richtigen Zeit. Die Mitte will eine Kinder- und Jugendhilfe mit Herz, Wirkung und Augenmass.», so Grossrat Jürg Baur.
Die Mitte wird sich intensiv mit dem Inhalt der Vernehmlassung auseinandersetzen und entsprechend einwirken. Die öffentliche Anhörung läuft vom 11. September bis 11. Dezember 2026. Die Inkraftsetzung des neuen Gesetzes ist per 1. Januar 2029 vorgesehen.