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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Notfall an den Börsen oder Notfall in der Wirtschaft?
Ausserplanmässige Notfallzinssenkungen der amerikanischen Notenbank FED sind sehr selten. In aller Regel reagiert die Wirtschaft ja auch nicht so extrem schnell auf irgendwelche Schocks, dass eine Reaktion der FED nicht auch zwei Wochen später noch erfolgen könnte.
Letzte Woche nun aber hat die US-Notenbank FED gerade dies getan. Sie hat ausserhalb ihres normalen Sitzungsrhythmus ihre Leitzinsen gleich um ein halbes Prozent gesenkt. Es würde nicht überraschen, wenn an der ordentlichen Sitzung im März gleich nochmals eine Senkung erfolgt. Gemäss eigener Einschätzung der FED bleiben die Fundamentaldaten der US Wirtschaft zwar nach wie vor stark. Wieso dann dieser Entscheid? Wird die Wirtschaft viel stärker vom Corona-Virus betroffen sein? Oder orientiert sich die FED entgegen ihrem Auftrag und ihren Beteuerungen gar nicht so sehr an der Wirtschaft, sondern vielmehr an den Finanzmärkten?
Die Aktienmärkte haben im Vorfeld der Notfall-Zinssenkungen relativ stark korrigiert und in einer Woche gut 10% verloren. Es ist deshalb nachvollziehbar, wenn immer mehr Kritiker monieren, dass die FED viel mehr auf die Finanzmärkte und ‚Wall Street’ schaut als auf die Wirtschaft, also auf die ‚Main Street’.
Aus meiner Sicht ist angesichts der Unsicherheiten infolge der Corona-Epidemie eine Zinssenkung nicht komplett unbegründet. Allerdings hätten die Zentralbanken weltweit in den letzten Jahren mit vielerorts Vollbeschäftigung und wachsender Wirtschaft konsequenterweise die Zinsen viel früher und viel höher anheben müssen, als sie es getan haben. Die ultraexpansive Geldpolitik der letzten Jahre (v.a. der EZB, aber auch der SNB) lässt sich mit der Entwicklung der Wirtschaft nicht erklären, sondern mehr mit der Überschuldung der Staaten, einem Knarren im Gebälk der Eurokonstruktes und einer mehr oder weniger schlecht kaschierten Unterstützung für die Aktienmärkte. Alles Faktoren, die
nichts direkt mit dem eigentlichen Mandat der Zentralbanken zu tun haben, ein gefährliches Spiel… .

Und nochmals Leonteq
Schön, wenn Empfehlungen aufgehen. Die Warnung liefere ich aber gleich mit, es wird sicher auch wieder anders kommen. Im Ratgeber Ende November habe ich risikofreudigen Anlegern Leonteq empfohlen beim damaligen Kurs von rund 30 Franken. Beim Update Anfang Februar beim Kurs von etwa Fr. 35 habe ich geraten dabeizubleiben. Aktienverkäufe wegen Corona hin oder her, Leonteq hat entgegen dem Gesamtmarkt weiter zulegen können und liegt heute (Stand 5. März) bei Fr. 46.–. So weit so gut, wie weiter? Die Unterbewertung wurde abgebaut, als überbewertet erachten wir Leonteq aber noch nicht. Wer bei 30 Franken gekauft hat, kann sicher einen Teil der Kursgewinne mitnehmen. Für einen Totalverkauf, glaube ich, ist es aber noch zu früh, Leonteq hat nach wie vor Luft für weitere Kurssteigerungen.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.
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