Ein Produkt der mobus 200px

von Michael Derrer, Unternehmer und Hochschuldozent, Rheinfelden


In der Schweiz erscheint der 8. Mai 1945 als ein fernes historisches Datum. Auch ich habe erst, als ich in osteuropäischen Ländern gelebt habe, in denen Spuren von Krieg und Vernichtung allgegenwärtig sind, allmählich verstanden, wie kurz der Weltenbrand zurückliegt.
Über die Gründe, warum die Schweiz von Krieg und Unmenschlichkeit verschont blieb, streiten die Historiker bis heute. Taktische Überlegungen mögen eine Rolle gespielt haben. Ein weit gehendes Arrangement mit dem übermächtigen Aggressor im Norden ist leider nicht von der Hand zu weisen: Die Rolle der Schweiz als Finanzdrehscheibe und der intensive Handel mit Nazideutschland gehören zur Liste unangenehmer Tatsachen. Im besten Fall möchte man sagen: Die Schweiz hatte Glück.
Im Ausland fällt denn auch die Einschätzung nicht zu unseren Gunsten aus. Ich erinnere mich an eine amerikanische Satiresendung, in der sich der Showmaster über den in Washington stationierten Schweizer Botschafter lustig machte, indem er ihn unverfroren fragte: Wie konntet ihr neutral bleiben gegenüber …Hitler?! Viele unserer Feiertage werden bloss als arbeitsfreie Tage verstanden. Den Ursprung von Fronleichnam oder Allerheiligen dürften die wenigsten kennen. Schaffen wir stattdessen einen Feiertag mit Bedeutung: Der 8. Mai als Tag des Friedens und der Solidarität. Es wäre ein Zeichen der Verbundenheit gegenüber unseren europäischen Nachbarn, welche die schreckliche Last von Krieg und Vernichtung zu tragen hatten. Und auch für Deutschland ist es ja nicht der Tag der Niederlage, sondern des Neuanfangs – den es brillant geschafft hat.
Mit der Coronakrise ist das Wort Solidarität wieder in aller Munde. Ich wünsche mir den 8. Mai als Schweizer Feiertag des Friedens und der Solidarität. Wer die Idee unterstützen will, ist eingeladen, sich hier einzutragen: https://bit.ly/2SCztL8

Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich jetzt!

Loggen Sie sich mit Ihrem Konto an