Ein Produkt der mobus 200px

von Jürg Keller, Rheinfelden

Die 2016 bewilligte Sanierung der Hermann-Keller-Strasse kommt noch lange nicht: Zuerst denkt man an die Fasnacht oder an den 1. April: Rheinfelden kann ein Strassenstück von vielleicht 200 Metern-Länge nicht sanieren. Das entsprechende Projekt wurde aber von der Gemeineversammlung schon 2016 bewilligt.

Nun sind 4 Jahre vergangen und der früheste Termin für Baubeginn soll 2024  sein –  vermutlich also etwa 10 Jahre nach der Bewilligung.

Der unschuldige Gemeindeschreiber muss sich schon wieder Begründungen für das Unbegründbare  einfallen lassen: Im Untergrund habe es unerklärlich viele Leitungen und zudem warte man auf Subventionen: Vor vier  Jahren hat man offenbar diese Leitungen und Subventionen noch nicht gekannt.

Nach dem Finanzdebakel beim Steg meinte man, der Gipfel des planerischen Dilettantismus sei überschritten. Beim anschliessenden Hüscht und Hott der Engerfeld-Turnhalle (ist dort etwa noch eine Panne in der Pipeline?) konnte man aber ahnen, dass Rheinfelden an einer chronischen Bauschwäche leidet. Das fragliche Strassenstückchen ist also nur ein Symptom eines endemischen Defizites.

Als Stimmbürger und Steuerzahler darf man diese Repetitionen des immer Gleichen nicht ständig akzeptieren. Rheinfelden bezahlt den Zuständigen sehr zeitgemässe Bezüge und erntet dafür die Leistungen eines Laienspieltheaters. Als Sofortmassnahme sollte deshalb zum Küttiger-Modell gegriffen werden: Bauprojekte ab einer halben Million gehören in die Hände eines kundigen Ingenieurbüros.

Wichtiger ist aber die Frage: Haben die überforderten Verantwortlichen keine Freunde, die ihnen den (auch ausserterminlichen) Rücktritt anraten? Ein Staatswesen hat nicht nur Anrecht auf genehme Behörden, sondern auch auf geeignete.

 

Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich jetzt!

Loggen Sie sich mit Ihrem Konto an