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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

In wenigen Wochen eine komplett andere Finanzwelt
Manchmal geht es sehr schnell. Obwohl im Verlauf des Februars das Corona-Virus schon bekannt war, eilten die Aktienmärkte von Höchststand zu Höchststand. Natürlich konnte niemand abschätzen und wissen, dass das Virus so schnell und heftig auf den Rest der Welt übersprüngen würden. Trotzdem ein gewisser Einfluss war absehbar. Nun gut 4 Wochen später sprechen gewisse Politiker von der grössten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Der Ölpreis ist implodiert und so tief wie seit über 20 Jahre nicht mehr. Die Aktienmärkte haben über 30 % verloren und auch die Obligationenmärkte werden durchgeschüttelt. Die Zentralbanken intervenieren, als ob man vor dem totalen Kollaps stehen würde. Jetzt kommen auch wieder die Weltuntergangspropheten, welche nur noch schwarz sehen. Auch wenn dieses Virus wahrscheinlich mindestens kurz- und mittelfristig einen grösseren Einfluss hat: Die Welt wird kaum untergehen und konnte schon viele andere Rückschläge bewältigen. Wir werden uns aber noch auf ein paar Wochen Sturm einstellen müssen und ob die Aktienmärkte die alten Höchststände rasch wieder sehen, wage ich zu bezweifeln. Wer gut diversifiziert ist und genügend Liquidität hat, kann und muss eine weitere Krise aussitzen. Eng wird es, wenn man komplett investiert ist oder gar auf Kredit Anlagen getätigt hat.
Einfluss auf den Immobilienmarkt
Die Finanzmärkte werden durchgeschüttelt. Hat das auch einen Einfluss auf die Immobilienmärkte? Im Moment kann das noch niemand genau sagen. In erster Linie wurden liquide Anlagen verkauft, welche rasch zu flüssigen Mitteln gemacht werden konnten. Wenn die Krise noch mehrere Monate anhalten würde, dann wird das sicher auch Spuren am Immobilienmarkt hinterlassen. Im Moment wird der Markt wahrscheinlich sehr ruhig, da die meisten Interessenten andere Probleme haben und mal vorerst abwarten. Das ist im Moment aber alles reine Spekulation, da niemand der Verlauf der Krise wirklich kennt. In 2, 3 Monaten kann man die Situation wahrscheinlich besser beurteilen.
Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Notfall an den Börsen oder Notfall in der Wirtschaft?
Ausserplanmässige Notfallzinssenkungen der amerikanischen Notenbank FED sind sehr selten. In aller Regel reagiert die Wirtschaft ja auch nicht so extrem schnell auf irgendwelche Schocks, dass eine Reaktion der FED nicht auch zwei Wochen später noch erfolgen könnte.
Letzte Woche nun aber hat die US-Notenbank FED gerade dies getan. Sie hat ausserhalb ihres normalen Sitzungsrhythmus ihre Leitzinsen gleich um ein halbes Prozent gesenkt. Es würde nicht überraschen, wenn an der ordentlichen Sitzung im März gleich nochmals eine Senkung erfolgt. Gemäss eigener Einschätzung der FED bleiben die Fundamentaldaten der US Wirtschaft zwar nach wie vor stark. Wieso dann dieser Entscheid? Wird die Wirtschaft viel stärker vom Corona-Virus betroffen sein? Oder orientiert sich die FED entgegen ihrem Auftrag und ihren Beteuerungen gar nicht so sehr an der Wirtschaft, sondern vielmehr an den Finanzmärkten?
Die Aktienmärkte haben im Vorfeld der Notfall-Zinssenkungen relativ stark korrigiert und in einer Woche gut 10% verloren. Es ist deshalb nachvollziehbar, wenn immer mehr Kritiker monieren, dass die FED viel mehr auf die Finanzmärkte und ‚Wall Street’ schaut als auf die Wirtschaft, also auf die ‚Main Street’.
Aus meiner Sicht ist angesichts der Unsicherheiten infolge der Corona-Epidemie eine Zinssenkung nicht komplett unbegründet. Allerdings hätten die Zentralbanken weltweit in den letzten Jahren mit vielerorts Vollbeschäftigung und wachsender Wirtschaft konsequenterweise die Zinsen viel früher und viel höher anheben müssen, als sie es getan haben. Die ultraexpansive Geldpolitik der letzten Jahre (v.a. der EZB, aber auch der SNB) lässt sich mit der Entwicklung der Wirtschaft nicht erklären, sondern mehr mit der Überschuldung der Staaten, einem Knarren im Gebälk der Eurokonstruktes und einer mehr oder weniger schlecht kaschierten Unterstützung für die Aktienmärkte. Alles Faktoren, die
nichts direkt mit dem eigentlichen Mandat der Zentralbanken zu tun haben, ein gefährliches Spiel… .

Und nochmals Leonteq
Schön, wenn Empfehlungen aufgehen. Die Warnung liefere ich aber gleich mit, es wird sicher auch wieder anders kommen. Im Ratgeber Ende November habe ich risikofreudigen Anlegern Leonteq empfohlen beim damaligen Kurs von rund 30 Franken. Beim Update Anfang Februar beim Kurs von etwa Fr. 35 habe ich geraten dabeizubleiben. Aktienverkäufe wegen Corona hin oder her, Leonteq hat entgegen dem Gesamtmarkt weiter zulegen können und liegt heute (Stand 5. März) bei Fr. 46.–. So weit so gut, wie weiter? Die Unterbewertung wurde abgebaut, als überbewertet erachten wir Leonteq aber noch nicht. Wer bei 30 Franken gekauft hat, kann sicher einen Teil der Kursgewinne mitnehmen. Für einen Totalverkauf, glaube ich, ist es aber noch zu früh, Leonteq hat nach wie vor Luft für weitere Kurssteigerungen.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Trinkwasser
Am besten ist bekanntlich die Prävention. Deswegen hier ein Ratgeber über ein Thema, das mir am Herzen und auf dem Magen liegt.
Aktuell häufen sich die Meldungen von potenziell schädlichen bzw. krebserregenden Rückständen im Grundwasser. Immer wieder werden im Trinkwasser (und auch im Flaschen-Mineralwasser) neue Substanzen gefunden, welche kritisch einzustufen sind, diese überschreiten oft den Toleranzwert für Trinkwasser. Im Aargau ist es besonders prekär: An einigen Orten wurden Chlorothalonil, Chloradizon und Atrazin-Abbauprodukte gefunden.

Problematisch ist, dass nach Einsatz-Verbot eines Mittels dieses noch jahrelang im Trinkwasser verbleiben kann. Atrazin beispielsweise ist seit 2007 verboten, hat sich aber bis heute nicht aus unseren Böden ausgeschwemmt und nicht vollständig abgebaut. 33% von im Aargau genommenen Proben haben die zulässigen Grenzwerte immer noch überschritten. Es dauert.
Im Dezember 2019 hat das Bundesamt für Landwirtschaft das Fungizid Chlorothalonil verboten. Dies, nachdem der Stoff als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft worden war. Die Produzentin des Stoffes hat aktuell beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen dieses Verbot eingereicht.

2017 wurden in der Schweiz über 2000 Tonnen Pflanzenschutzmittel verkauft. Die grössten Mengen gelangen über die Landwirtschaft in den Boden, aber beispielsweise auch die Behandlung der Schienennetze der SBB mit Glyphosat (Handelsname «Roundup») tragen ihren Teil dazu bei. Die SBB testet aktuell bereits Alternativen zur Unkraut-Befreiung der Schienen, z.B. die Behandlung der Schienen mit heissem Wasser. Sie haben das Ziel, bis 2025 ohne Herbizide auszukommen.

«Pflanzenschutzmittel» gibt es aber auch nach wie vor für Privatpersonen in Baumärkten und Gartengeschäften zu kaufen, obwohl die Benützung stark eingeschränkt ist. NICHT gespritzt werden darf: nahe an Strassen, auf Kies-, Stein- und Teerplätzen. Es sollte zudem nicht vor starkem Regen gespritzt werden, da die Stoffe direkt in die Schächte gespült werden und somit neben der Belastung des Wassers auch keinerlei Nutzen haben. Ein weiteres Problem liegt bei der Überdosierung.

Lange Zeit war man der Meinung, Spritzmittel würden lediglich Pilze, Kleinstlebewesen (Schädlinge wie auch Nützlinge) oder Ackerbeikraut zerstören, sich bald abbauen und dann verschwinden. Es zeigt sich aber immer klarer, dass jede Substanz, die wir produzieren und benützen, irgendwann wieder zu uns zurückkehrt. Alles ist Teil grösserer Kreisläufe und landet beispielsweise in Form von Mikroplastik, Abbauprodukten der Spritzmittel oder Östrogenen im Wasser, in der Luft oder in der Erde, und schon bald sind sie zurück in unserem Trinkglas und auf dem Teller.

In den nächsten Jahrzehnten werden viele neue Ideen gefragt sein: Ackerkulturen und Sorten, die weniger gespritzt werden müssen, Pflanzengemeinschaften, die sich gegenseitig stützen, Mulch-Techniken etc. Und alle können mitdenken: Der Produzent, der Verkäufer und der Anwender von Spritzmitteln, Landschafts- und Gemüsegärtner, Privatpersonen, Abwarte, Landwirte, Lehrer, Gemüseeinkäufer, Kinder, das Bauamt. Wir sitzen im gleichen Boot.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

lic. iur. Roman M. Hänggi, Rechtsanwalt
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Schlichtungsverhandlung
Bevor Sie eine zivilrechtliche Forderung gerichtlich einklagen können, müssen Sie in der Regel, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, ein Schlichtungsverfahren durchlaufen. Dabei ist die zuständige Schlichtungsbehörde am Wohnsitz der beklagten Person oder am Sitz des beklagten Unternehmens. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wie bspw. bei Streitigkeiten betreffend Konsumentenverträge, wo die Behörde am Wohnsitz des Konsumenten zuständig ist, oder bei Erbstreitigkeit, wo die Behörde am letzten Wohnsitz der verstorbenen Person zuständig ist. Wenn gesetzlich keine besonderen Schlichtungsbehörden vorgesehen sind, ist die Friedensrichterin bzw. der Friedensrichter zuständig.

Der Grundsatz «Erst schlichten, dann richten» geht also einer gerichtlichen Auseinandersetzung voraus, weshalb es kein freiwilliger Aussöhnungsversuch ist. Die Ausnahmen sind gesetzlich geregelt. Wenn der Streitwert mindestens Fr. 100 000.00 beträgt, können die Parteien auf ein Schlichtungsverfahren gemeinsam verzichten.

Um was geht es aber bei der Schlichtungsverhandlung? Die Verhandlung vor der Schlichtungsbehörde dient der formlosen Diskussion des Streitgegenstandes. Die Aussagen der Parteien werden nicht protokolliert. Ziel ist es, im Rahmen der Schlichtung jene Personen an den Tisch zu bringen, die auch tatsächlich entscheiden können. Folglich sind die Parteien grundsätzlich verpflichtet, an der Schlichtungsverhandlung persönlich teilzunehmen. Erscheint die klagende Partei trotz entsprechender Verpflichtung unentschuldigt nicht persönlich, gilt das Schlichtungsgesuch als zurückgezogen. Nicht persönlich erscheinen müssen die Parteien mit ausserkantonalem oder ausländischem Wohnsitz, bei Verhinderung infolge Krankheit, Alter oder anderen wichtigen Gründen und als Arbeitgeber, Vermieter oder Versicherer, wenn ein Angestellter bzw. die Liegenschaftenverwaltung delegiert und ermächtigt wird, einen Vergleich abzuschliessen.
Die Schlichtungsbehörde versucht die Parteien zu versöhnen.

Wenn eine Versöhnung scheitert, wird der klagenden Partei die Klagebewilligung ausgestellt. Diese berechtigt zur Einreichung einer gerichtlichen Klage innert einer Frist von drei Monaten. Anstatt der Klagebewilligung kann die Schlichtungsstelle bis zu einem Streitwert von Fr. 2000.00 auf Antrag der klagenden Partei einen kostenpflichtigen Entscheid fällen oder den Parteien bis zu einem Streitwert von Fr. 5000 einen Urteilsvorschlag unterbreiten. Bei Ablehnung des Entscheids fällt der Urteilsvorschlag dahin und der klagenden Partei wird im Nachgang die Klagebewilligung zugestellt. Zu erwähnen bleibt, dass das Bundesgericht in einem jüngsten Entschied betreffend Erscheinungspflicht der klagenden Partei festhielt, dass die Schlichtungsbehörde am bereits festgesetzten Termin festzuhalten und die Parteien allenfalls erneut auf die Erscheinungspflicht aufmerksam zu machen hat, auch wenn die beklagte Partei vorab erklärt, an der einberufenen Schlichtungsverhandlung nicht teilnehmen zu wollen. Eine Dispensation der klagenden Partei dürfe daraufhin nicht erfolgen, diese muss trotzdem an der Verhandlung teilnehmen, wenn auch einzig, um die Klagebewilligung abzuholen, ansonsten das Schlichtungsgesuch als zurückgezogen gilt und das Verfahren abgeschrieben wird.

Auch wenn eine Schlichtungsverhandlung relativ formlos abläuft und den Parteien in diesem Zusammenhang keine Anwaltskosten ersetzt werden, so empfehle ich Ihnen dennoch, sich juristisch beraten zu lassen, insbesondere da die Anträge, die in die Klagebewilligung aufgenommen werden und für das weiterführende gerichtliche Verfahren bestimmend sind, korrekt formuliert sein müssen.

Schriftliche Fragen richten Sie bitte an: Ihre Anfragen werden diskret behandelt

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Gibt es noch günstige Aktien?
Mit kleineren Unterbrüchen geht es seit der Finanzkrise im 2008 an den Aktienmärkten aufwärts und aufwärts. Gibt es in einem solchen Umfeld noch «Schnäppchen»? Jein! Neben ein paar dritt- und viertklassigen Aktien, welche mehr Spekulationscharakter haben und kaum empfohlen werden können, gibt es kaum mehr wirklich günstig bewertete Aktien. Günstig allein ist auch kein Qualitätsmerkmal und in solchen Börsenphasen muss man solche Titel sehr kritisch hinterfragen. Aktuell scheinen Schweizer Banken recht vernünftig bewertet zu sein. Leider hat der Bonusexzess immer noch kein Ende gefunden und auch die Bussenflut konnte (noch) nicht nachhaltig gestoppt werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei klaren und ehrlichen Signalen der Banken ein Umdenken bei den Anlegern möglich ist. Der Vertrauensverlust wiegt aber immer noch schwer. Aus meiner Sicht relativ vernünftig bewertet sind Goldminen- und Oelaktien. Die höheren Goldpreise sollten sich in den Gewinnen der Goldförderer mittelfristig bemerkbar machen. Auch viele Ölaktien sind wegen des Preiseinbruches von Rohöl unter Druck. Auch wenn vieles in der Energiepolitik in eine andere Richtung läuft: die Welt wird in den nächsten 30 bis 40 Jahre weiterhin stark von Erdöl abhängig bleiben und die Ölpreise langfristig kaum massiv fallen.

Überseefrachtpreise implodieren
Seit ein paar Wochen sinken die Überseefrachtpreise stark. Hier spielt der Corona-Virus kurzfristig eine grössere Rolle. Wird nicht produziert, wird auch viel weniger geliefert respektive es braucht weniger Transporte. Da die Transportkapazitäten in den letzten 15 Jahren aber massiv ausgebaut wurden, schlägt das dramatisch auf den Preis. Der viel beachtete Baltic Dry Index, welcher Frachtpreise misst, hat im noch jungen Jahr 2020 schon rund 60 % verloren. Ich möchte das nicht überbewerten. Trotzdem bin ich überzeugt, dass dieser eingeschränkte Handel Spuren in mancher Firmenerfolgsrechnung hinterlassen wird. Diese Spuren werden kaum positiv sein. Die Aktienmärkte schauen hier schon wieder darüber hinweg und machen weiter, als ob alles keine Rolle spielt. Solche Reaktionen zeigen einen starken Bullenmarkt. Zu grosse Euphorie ist der Anfang vom Ende. Aber Übertreibungen führen lange zu noch grösseren Übertreibungen…

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeber Gicht – Vorbeugung und Behandlung
Im letzten Ratgeber haben wir Möglichkeiten zur Behandlung eines Gichtanfalls vorgestellt. Nochmals: jede Therapie wird individuell vom Arzt festgelegt!
Jetzt gehen wir vor allem auf die Vorbeugung und die ernährungsspezifischen Möglichkeiten der Behandlung der Gicht ein.

Vorbeugung:
Sie besteht in einem gesunden Lebensstil. Jeder kennt ihn: genügend frische, saisongerechte Mahlzeiten, ein im Normbereich liegendes Gewicht und tägliche freudebereitende Bewegung.

Präventive Massnahmen und Therapiemöglichkeiten:
Das Problem sind die erhöhten Werte der Harnsäure im Blut (im Fachausdruck Hyper­urikämie). Sie müssen auf einen für das Individuum erträglichen Wert gesenkt werden. Medikamentös geschieht das mit verschiedenen Wirkstoffen. Die einen reduzieren die Bildung von Harnsäure (Wirkstoffe: Allopurinol und Febuxostat) und die anderen erhöhen deren Ausscheidung (Wirkstoff: Probenecid). Da bei der Entstehung bzw. dem Auftreten der Erkrankung viele Faktoren eine Rolle spielen und besonders die Ernährung wichtig ist, gehen wir jetzt vertieft darauf ein. Jede Therapie benötigt eine Änderung des Ess- und Trink-Verhaltens. Sie ist ein Schwerpunkt der Therapie!
– Ein vorhandenes Übergewicht muss primär angegangen werden. Dies ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Wir essen zu viel und zu «gut»!
– Eine ausreichende Trinkmenge muss ebenfalls erreicht werden. Das heisst, es müssen täglich mindestens 2 Liter (bis 3 Liter) ungesüsste alkoholfreie Getränke konsumiert werden. Ungesüsst: keine fruchtzuckerhaltigen Limonaden! Eine hohe Zufuhr von Fruchtzucker kann offenbar die Harnsäurekonzentration im Blut erhöhen! Dabei ist Cola scheinbar noch schlimmer als andere Limonaden. Alkoholfrei: insbesondere Bier und Spirituosen sollten möglichst weggelassen werden. Alkohol erhöht die körpereigene Produktion von Harnstoff und hemmt gleichzeitig die Ausscheidung! Und Bier (auch alkoholfreies!) enthält zusätzlich Purine (ein Baustoff der Harnsäure) und ist daher als Ersatz nicht geeignet. Kaffee hingegen scheint einen positiven Einfluss auf die Harnsäurewerte zu haben. (Das andere koffein- = teein-haltige Getränk wie Tee scheinbar leider nicht).
– Purinreiche Lebensmittel sollten vermindert konsumiert werden: Fleisch- und Wurstwaren aller Art; Innereien; die Haut von Geflügel und auch von Fisch!; Schweinefleisch; Fleischextrakte; Fertigsaucen- und Suppen; Hefepasten; Krustentiere (und wenige Gemüse wie Schwarzwurzel, Spinat und Kohlarten).
– Allgemein sollte die Kalorienaufnahme reduziert werden, insbesondere die Kohlenhydratmenge.
Tja, was soll man dann essen?
– Gemüse, die oben erwähnten eben ein wenig weniger!
– Vermehrt Milchprodukte: Sie regen die Ausscheidung von Harnsäure an. Dieser Effekt wird auf die Milchproteine Kasein und Laktalbumin zurückgeführt. Bitte aber eher fettarme Lebensmittel bevorzugen.
– Nachdem Fleisch und auch Fisch (!) eher vermindert konsumiert werden sollten, werden pflanzliche Eiweissquellen wichtig! Eine gute Kombination steigert die Verwertbarkeit der Eiweisse für den Körper: Beispielsweise Ei (natürlich tierisch) in Kombination mit Kartoffeln in einem Gratin oder Milch mit Getreide in einem Birchermüsli. Die früher verpönten pflanzlichen Purinquellen wie Hülsenfrüchte scheinen keinen Einfluss auf die Entstehung von Gicht zu haben und müssen daher nicht mehr eingeschränkt werden.
– Puringehalt verschiedener Lebensmittel (in mg Harnsäure/100g; die Mengen sind ausschlaggebend!): Fleischextrakt 3300 mg; Innereinen 250 – 550 mg; Thunfisch 257 mg; Sardellen 239 mg; Kalb-/ Schweine­fleisch 100 – 150 mg; Kalbsbratwurst 91 mg; Eier 5 mg; Mich/Milchprodukte 0 / 0–30 mg; Obst/Gemüse 10–30 mg.
Merken:
– Allfälliges Übergewicht gemächlich reduzieren max. ½ kg/ Woche
– Kein Fasten (kann den Körper mit Purinen überschwemmen und einen Gichtanfall auslösen)
– Täglich mindestens 2 Liter ungesüsste Getränke trinken
– Alkoholhaltige Getränke (insbesondere Bier (auch alkoholfreies) und Spirituosen meiden
– Konsum von Fleisch, Geflügel, Innereinen, Fisch und Meeresfrüchte einschränken
– Vegetarische Tage einschalten
– Milchprodukte in den täglichen Speiseplan einbauen, fettarme Varianten bevorzugen
– Bei einem Verdacht auf einen akuten Gichtanfall viel Wasser trinken und den Arzt aufsuchen!

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Coronavirus – Pandemie?
Zur Zeit des Schreibens ist noch nicht ganz klar, ob es sich beim aktuellen Ausbruch des Coronavirus um eine gefährliche Pandemie oder ein eher lokal beschränktes Phänomen in China handeln wird. Die sehr schnellen Kommentare von Experten - wenige Tage nachdem das Virus erst identifiziert worden war - dass das Virus im Vergleich zum SARS Ausbruch vor 17 Jahren viel weniger gefährlich sei, können zwar immer noch zutreffen, waren aber sicher vorschnell. Die Ausbreitung einzudämmen, scheint trotz rigoroser Massnahmen (verschiedene chinesische Städte, darunter auch Millionen-Städte, wurden unter Quarantäne gestellt), nicht so einfach zu gelingen. Die Fallzahlen bei Todesopfern (per 29.1. 170) und Infizierten (etwas weniger als 8000, ausserhalb China gut 100) steigen täglich. Das neue Coronavirus scheint zwar etwas weniger tödlich zu sein als der damalige SARS Erreger, dafür scheint es bei der Ausbreitung weniger gut gebremst werden zu können. Die offizielle Anzahl der Infizierten hat die Gesamtzahl der damaligen SARS Erkrankten bereits erreicht.
Natürlich stellt sich auch die Frage, wie stark sich das Coronavirus nebst all dem menschlichen Leid auf die Wirtschaft und die Aktienmärkte auswirken könnte. Angesichts der rigorosen Massnahmen, die die Chinesen als notwendig erachten, ist es erstaunlich, dass die Börsen nicht stärker reagiert haben. Schulen, Büros und Fabriken wurden geschlossen, Grossanlässe abgesagt, Millionenstädte abgeriegelt. Für eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen ist es zu früh: Bleiben solche Massnahmen auf China bzw. chinesische Gruppen eingeschränkt oder werden solche Massnahmen auch andernorts eingeführt? Bleiben sie ein paar Wochen oder Monate in Kraft? Die Aktienbörsen haben sich zwar zwei, drei Prozent von den Höchstständen gelöst, was aber bei der aktuell sehr hohen Bewertung eigentlich ein Klacks ist. Die vergangene Woche, Dienstag und Mittwoch, war bereits eine Gegenbewegung mit Kursgewinnen von über 1% im Gang. Etwas stärker unter Druck kam der Erdölpreis oder auch Aktien mit Exposure zum Tourismus- und Transportbereich. Wir bleiben für den Gesamtmarkt die kommenden Monate vorsichtig – nicht primär wegen dem Coronavirus, aber positiv ist er auch für die Wirtschaft und Börse nicht.
Leonteq
Im Ratgeber Ende November habe ich risikofreudigen Anlegern Leonteq empfohlen. Wer zum damaligen Kurs von rund 30 Franken eingestiegen ist, hat bereits einen schönen Buchgewinn eingefahren. Der Kurs ist kurzfristig über 36 Franken gestiegen und hat jetzt infolge der Corona-Verkäufe auf etwa 35 Franken nachgegeben. Leonteq hat als Anbieter von strukturierten Produkten keine einfache Zeit. Die extrem günstige Bewertung nimmt aber einen recht starken Gewinnrückgang vorweg. Wir würden weiterhin dabeibleiben.

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lic. iur. Serap Hänggi, CAS Forensics
Rechtsberaterin
Tel.  +41 (0)61 511 09 95 +41 (0)76 325 09 95
Fax +41 (0)61 511 09 96

Konkurrenzverbot im Arbeitsrecht
Die Meinung, dass ein Konkurrenzverbot ohnehin nicht durchsetzbar ist und es deshalb leichtfertig unterschrieben werden kann, ist in vielen Köpfen fest verankert. Möchten Sie ein Konkurrenzverbot selbst im Vertag verbindlich für ihre Arbeitnehmer aufsetzen oder stehen Sie davor, ein Konkurrenzverbot zu unterschreiben, welches sie verpflichtet, dann sollten Sie gewisse allgemeine Fakten diesbezüglich kennen.
Eine gültige Vereinbarung von Konkurrenzverboten ist hierzulande vor Gerichten immer wieder ein Thema. Das Konkurrenzverbot ist gesetzlich geregelt. So gibt das Gesetz dem Arbeitgeber die Möglichkeit, seine Angestellten unter bestimmten Voraussetzungen stark an das Unternehmen zu binden. Ein Konkurrenzverbot kann Sie insbesondere dazu verpflichten, weder auf eigene Rechnung ein Geschäft zu betreiben, noch in einem solchen Geschäft tätig zu sein oder sich daran zu beteiligen, das mit dem des Arbeitgebers im Wettbewerb steht. Je nach Branche und Qualifikation kann dies fast einem Berufsverbot gleichkommen. Folglich muss das Konkurrenzverbot geographisch, zeitlich und sachlich begrenzt werden. Ein allgemeines Konkurrenzverbot ist somit nicht gültig.
Unter zeitlicher und geografischer Begrenzung können sich viele etwas vorstellen. Was ist aber nun eine konkurrenzierende Tätigkeit und wie kann oder muss ein Verbot vereinbart werden? Grundsätzlich soll durch das Konkurrenzverbot ausgeschlossen werden, dass der Arbeitnehmer die gleiche Arbeit selbstständig oder bei einem Konkurrenten erbringt und so das bisherige Unternehmen seines «Ex-
Arbeitgebers» schädigen kann. Während des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer Treuepflichten gegenüber seinem Arbeitgeber. Dazu zählt, dass er die konkurrenzierende, treuwidrige Tätigkeit bei einem Dritten unterlässt und sich auch an das Abwerbeverbot hält. Vertraglich kann eine Konkurrenzierung innert bestimmten Schranken auch für die Zeit nach Ende des Arbeitsverhältnisses vereinbart werden. Ein Konkurrenzverbot verlangt zudem eine schriftliche Regelung im Arbeitsvertrag. Vereinbart werden kann ferner eine Konventionalstrafe oder die sogenannte Realerfüllung. Realerfüllung ist die Möglichkeit der Arbeitgeberin, die Unterlassung der konkurrenzierenden Tätigkeit zu verlangen. Verbindlich ist ein vertragliches Konkurrenzverbot aber nur dann, wenn der Arbeitnehmer Einblick in den Kundenkreis oder in Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisse hatte. Der Arbeitnehmer muss sodann als weiteres Kriterium konkurrenzierend tätig sein.
Das wirtschaftliche Fortkommen des Arbeitnehmers darf jedoch trotz Konkurrenzverbot nicht unnötig erschwert werden. Das Gesetz sieht eine Maximaldauer des Konkurrenzverbotes von drei Jahren vor. In der Praxis ist dies eher kürzer. Das Gericht kann ein vereinbartes Konkurrenzverbot zeitlich, örtlich und gegenständlich jedoch herabsetzen, wenn für die Durchsetzung das Gericht angerufen wird. Es ist aber zu beachten, dass ein ordentliches Gerichtsverfahren bis zum Vorliegen eines Urteils lange dauern kann. Folglich kann bei Dringlichkeit ein vorsorglicher bzw. ein superprovisorischer Antrag in der Sache an das Gericht erfolgen, was innert kurzer Zeit Klarheit betreffend Rechtslage verschaffen kann. Sollten Sie sich näher über die Zulässigkeit und die Durchsetzbarkeit eines Konkurrenzverbots informieren wollen, empfehle ich Ihnen, rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Was bringt eine Streuung der Anlagen (Diversifikation)?
Wenn man die besten Aktien hat, braucht es keine grosse Streuung, habe ich schon von Kunden gehört. Ja, das ist richtig. Das Problem ist aber immer das gleiche. Was heute sehr gut ist, kann morgen oder übermorgen anders sein und bis man es merkt oder wahrhaben will, hat sich die Situation schon geändert. Genau aus diesem Grund schützt eine vernünftige Diversifikation vor Klumpenrisiken und enormen Verlusten. Ein Beispiel: Vor rund 20 Jahren hatte ich eine Anfrage für eine Depotanalyse und Beratung. Dabei stellte ich einen Anteil von fast 30 % in Aktien Kudelski fest. Fast der ganze Rest war in weiteren Hightech-Aktien investiert und die Person stand kurz vor der Pension. Auf meine Frage, was er machen würde, wenn an einem Montagmorgen die Kudelski-Aktien nur noch zum halben Preis gehandelt würden, meinte er nur, so viel wie möglich zukaufen. Damals waren die Kudelski-Aktien rund Fr. 230.-, heute knapp Fr. 6.-. Auch ganz viele der anderen gehaltenen Hightech-Aktien gibt es nicht mehr. Das Depot wäre heute vielleicht noch 10 – 15 % vom ursprünglichen Wert. Wie viel Streuung braucht es dann? Es braucht nicht 100 oder mehr Einzeltitel. Ich empfehle Positionsgrössen von 2 – 3 % und ein absolutes Maximum bei 10 %. Kostengünstige ETF’s können auch sehr sinnvoll sein. Sehr zurückhaltend bin ich aktuell mit gemischten Fonds. Diese erfüllen zwar den Diversifikationseffekt. Die Kosten des Fonds fressen aber im Moment einen grossen Teil der Rendite weg, da mit dem Obligationenanteil kaum mehr etwas zu gewinnen ist. Wichtig ist auch zu wissen, dass man das Marktrisiko mit Diversifikation nicht wegbringt. In Panikphasen geht alles runter, und das erst noch sehr schnell und oft schockartig. Mit der Diversifikation verhindert man aber, dass man ein ganz grosses Problem bekommt.

Prognosefähigkeit von Finanz-«Experten»
Verlässliche Finanzprognosen sind äus-serst schwierig zu machen. Neben viel Fachwissen braucht es grosse Erfahrung, psychologische Kenntnisse (unter anderem Phänomene der Massenpsychologie), einen gesunden Menschenverstand und dann auch noch sehr viel Glück, vor allem, was das Timing betrifft. Eine Prognose stellt immer einen persönlichen Standpunkt dar und ist nie eine Garantie. In der Finanzpresse werden immer wieder Experten oder sogar Finanzgurus zitiert.
Diese kochen aber alle auch mit Wasser. Viele haben ein grosses Finanzereignis frühzeitig erkannt und dadurch Kultstatus erreicht. Dass genau die gleichen Profis aber auch viele Fehlprognosen gemacht haben, wird oft unter den Teppich gekehrt. Fast permanent wird vor dem Untergang des Finanzsystems gewarnt, passiert ist es nicht. Andere Experten meinen dagegen, dass Aktien immer noch stark unterbewertet seien. Beides ist wahrscheinlich falsch, aber niemand ist ganz sicher.
Fazit: Experten sind gut, um Ideen und Argumente zu bekommen. Deren Schlussfolgerungen müssen aber mit der nötigen Vorsicht behandelt werden und nicht zu Überreaktionen verleiten.
Veranstaltungshinweise: «Was ich beim Verkauf einer Liegenschaft beachten muss»: 28. Januar, 18.30 Uhr im Gemeindesaal in Möhlin; 29. Januar, 18.30 Uhr im Rebstock in Frick.

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