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(pd) Die Covid-19-Krise führt bei der AHV, der IV und der EO zu kurzfristigen, aber nicht zu erheblichen langfristigen Einbussen. Zwischen 2020 und 2030 verlieren die drei Versicherungen insgesamt zwischen 4 und 5 Milliarden Franken. Das zeigen die neu berechneten Finanzperspektiven von AHV, IV und EO, die das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) am 2. Juli 2020 veröffentlicht hat.

Das BSV geht bei seinen Berechnungen davon aus, dass die Covid-19-Krise die wirtschaftliche Entwicklung nur kurzfristig beeinträchtigen wird und mittelfristig nur geringfügige Konsequenzen haben sollte. Diese Annahme wird von verschiedenen Wirtschaftsinstituten in der Schweiz und im Ausland geteilt und darum auch bei den Finanzperspektiven für die Sozialversicherungen verwendet. Die Lohnbeiträge an die AHV, IV und EO sinken, kurzfristig sollten sie aber ab 2025 wieder das Niveau erreichen, das sie ohne Covid-19-Krise gehabt hätten.

Die neuen Finanzperspektiven für AHV, IV und EO berücksichtigen auch die neuesten Demographieszenarien des Bundesamts für Statistik. Diese gehen unter anderem von einer langfristig etwas tieferen Einwanderung aus, aber auch von einer weniger starken Zunahme der Bevölkerung im Rentenalter.

Finanzielle Entwicklung der AHV

Für die AHV bedeutet die Covid-19-Krise, dass sich das Umlageergebnis kurzfristig um rund 1 Milliarde Franken verschlechtert, ab 2025 aber wieder die Werte vor der Krise erreicht. Insgesamt gehen der AHV bis 2030 rund 3 Milliarden Franken verloren. Der Stand des AHV-Fonds sinkt auf 58 Prozent einer Jahresausgabe, statt auf 62 Prozent ohne Krise. Mit den Massnahmen der Reform AHV 21, die derzeit im Parlament hängig ist, könnte der Fondsstand im Jahr 2030 bei 98 Prozent gehalten werden (statt 104 Prozent).

Finanzielle Entwicklung der IV

Die Covid-19-Krise verschlechtert das Umlageergebnis der IV kurzfristig im Jahr 2020 um rund 200 Millionen und langfristig bis 2030 um rund 300 Millionen Franken. Die IV wird nach wie vor Überschüsse erzielen können, allerdings nicht schon im kommenden Jahr, sondern ab 2024. Das hat zur Folge, dass sie ihre Schuld beim AHV-Fonds bis 2030 weniger stark abbauen kann als geplant. Die Differenz beträgt rund 3,5 Milliarden Franken. Die Weiterentwicklung der IV, die vom Parlament in der Sommersession verabschiedet wurde, ist in diesen Berechnungen berücksichtigt. Sie stärkt die Eingliederungsarbeit der IV und wirkt sich dadurch langfristig stabilisierend auf die Finanzen der Versicherung aus.

Finanzielle Entwicklung der EO

Die EO spürt keine signifikanten Auswirkungen der Covid-19-Krise. Ihr Umlageergebnis im Jahr 2020 wird zwar um rund 80 Millionen Franken verschlechtert, bis 2030 jedoch wieder um den gleichen Betrag verbessert. Die flüssigen Mittel im EO-Fonds erreichen im Jahr 2030 trotz Covid-19-Krise 2,3 Milliarden Franken. Das sind 122 Prozent der Ausgaben. Der Covid-Erwerbsersatz hat keinen finanziellen Zusammenhang mit der EO und wird ausschliesslich vom Bund finanziert.
Häufigere Aktualisierung wegen grosser Unsicherheit

Die neuen Berechnungen des BSV zeigen somit, dass die Sozialversicherungen AHV, IV und EO die temporären negativen Effekte der Corona-Krise gut verkraften können. Jedoch ist die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung noch gross. Dauer und Form des Erholungsprozesses sind noch unbekannt. Eine zweite Ansteckungswelle ist nicht ausgeschlossen. Darum beschränkt sich das BSV bei den aktuellen Finanzperspektiven auf den Zeithorizont bis 2030. Zudem wird es die Berechnungen häufiger als gewöhnlich überprüfen und gegebenenfalls bis spätestens Ende 2020 erneut aktualisieren.

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