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Kaisten

Druckfrisch durch Schüler in alle Haushaltungnen von Kaisten und Ittenthal verteilt: Der Kaister Rückspiegel 2020 Foto: zVg

Wie erlebten Einwohnerinnen und Einwohner von Kaisten und Ittenthal das vergangene Corona-Jahr? Wie kamen sie mit den durch die Pandemie verursachten Einschränkungen und Veränderungen zurecht? Dieser Frage geht der soeben erschienene Kaister Rückspiegel 2020 in seiner Rubrik «In Kaisten daheim» nach. Die 42. Ausgabe der beliebten Dorfchronik zeigt aber auch: Es war nicht ganz alles coronabestimmt im letzten Jahr.

JÖRG WÄGLI

Corona – das Virus gestaltete und veränderte unser Leben im vergangenen Jahr. Entsprechend darf auch der soeben erschienene Kaister Rückspiegel 2020, für dessen Druck erstmals die Mobus AG in Stein verantwortlich zeichnet, als «Corona-Ausgabe» bezeichnet werden. Dies beginnt bei der Zustellung in alle Haushaltungen in Kaisten und Ittenthal am letzten Donnerstag. «Aufgrund der aktuellen Corona-Situa­tion wird auf einen Haustür- und Standverkauf beim Volg/Bollplatz durch die Schülerinnen und Schüler verzichtet. Der Rückspiegel wird erstmals, im Sinne eines Novums und einmalig, allen Haushaltungen zugestellt», hiess es in den amtlichen Mitteilungen der Gemeinde Kaisten von vergangener Woche. Die Fünftklässler verdienten sich mit ihrem Engagement einen Zustupf in ihre Klassenkasse – und machten damit den Rückspiegel für alle Einwohnerinnen und Einwohner trotz anhaltender Pandemie problemlos zugänglich und erhältlich. Zudem, so eine weitere Absicht des unkomplizierten Vertriebs, sollten mit dieser einmaligen Aktion auch Einwohnende angesprochen werden, die die Jahreschronik nicht oder nur vom Hörensagen kennen. «Gemeinderat und Redaktion freuen sich, wenn die Empfänger den üblichen Verkaufspreis von 25 Franken einzahlen würden. Wer keine Verwendung für die Chronik hat, kann das Buch bei nächster Gelegenheit kommentarlos in den Briefkasten des Gemeindehauses einwerfen» hiess es in den «Amtlichen» abschliessend.

Symbolhaftes Titelbild
Symbolhaft für das Corona-Jahr 2020 steht das von Jackie Venzin, Kaisten, fotografierte Titelbild: Zwei Wanderer/Spaziergänger auf einem der vielen schönen Feldwege rund um Kaisten und Ittenthal. Die Schönheit unserer Region vor der Haustür geniessen, war vermehrt angesagt im Corona-Jahr. Dabei am blauen Himmel zwar weisse Wolken – aber keine Kondensstreifen von Flugzeugen. Und in der Ferne das Nachbarland Deutschland, zu welchem ein Grenzübertritt coronabedingt eingeschränkt , zeitweise gar verboten war.
«Sie [die Pandemie] prägte das Jahr 2020 in einem Ausmass, welches wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte. [...] Die Einschränkungen waren das beherrschende Thema im Jahr 2020. Fast alle Versammlungen, Feiern und Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen, aber auch jene der Gemeinde, mussten abgesagt werden. Für alle von uns waren die Einschränkungen massiv und haben unser Leben durcheinandergebracht.» Dies schreibt Gemeindeammann Arpad Major in der Rubrik «Zum Einstieg». Der Gemeindeammann sieht aber auch das Positive dieser schwierigen Zeit: «Alle haben vorbildlich dazu beigetragen, dass unser Leben nach wie vor gut funktioniert. [...] Ich denke, wir dürfen zu Recht sagen: ‹Gut gemeistert!›»
Im Kapitel «Im Banne von Corona» zeigt die Rückspiegel-Redaktion den Verlauf der Pandemie und der mit ihr verbundenen Einschränkungen und Herausforderungen umfassend auf. Gleich anschlies­send berichten in der Rubrik «In Kaisten daheim» neun ganz unterschiedliche Personen, wie sie die Pandemie mit den damit verbundenen Einschränkungen gemeistert haben – von der Spitexleiterin über die Wirtin, die Familienfrau, einen Kaister, der fast drei Monate auf ein Wiedersehen mit seiner in Deutschland wohnenden Parterin warten musste, bis zum älteren Ehepaar, das dankbar zur Kenntnis nehmen durfte: «Die Solidarität im Dorf war spürbar!»

Nicht alles war Corona
Glücklicherweise konnten 2020 aber Teile unseres gesellschaftlichen Lebens – manchmal einfach etwas anders – trotzdem stattfinden, wie in der Rubrik «Von Tag zu Tag» eindrücklich aufgezeigt wird: das Jahreskonzert der MG Kaisten, das Skilager der Schule, die Chaischter Strossefasnacht, Generalversammlungen der Vereine, Erstkommunion und spezielle Schulanlässe sowie beispielsweise auch die Einweihung des neugestalteten Friedhofs waren trotz Pandemie möglich.

Auf den Heimatweg Bann...
«Abgesagt» hiess es hingegen kurzfristig beim geplanten Kulturerbetag am 18. Oktober, in dessen Rahmen auch der zweite Teil des Kaister Heimatweges mit seinen 24 informativen Tafeln hätte eingeweiht werden sollen. Eröffnet werden konnte dieser Heimatweg Bann dennoch. Und alle Haushaltungen in Kaisten und Ittenthal wurden mit einer informativen Heimat-, Freizeit und Naherholungskarte, auf welcher die nunmehr total 42 Heimatweg-Tafeln eingezeichnet sind, bedient. Der Rückspiegel nimmt die Lesenden in einem separaten Kapitel mit auf den Heimatweg und zeigt Hintergrund und Entstehungsgeschichte auf und führt sie zur einen oder anderen informativen Heimatweg-Station im Kaister und Ittenthaler Bann.

...und dann nach Südamerika
Ein weiteres Kapitel entführt die Leserschaft nach Südamerika. Das Kaister Ehepaar Jakob und Magdalena Gertiser-Winter war 1879 nach Argentinien ausgewandert. Der Rückspiegel hat sich auf Spurensuche gemacht und ist bei Pedro Gertiser, dem Urenkel des Paares, fündig geworden. In einem Interview berichtet dieser in der Rubrik «Kaister in aller Welt» vom Leben seiner Familie in Südamerika und seinen Beziehungen zum ursprünglichen Heimatort Kaisten.
Zwei weitere corona-unabhängige Kapitel widmet der Kaister Rückspiegel 2020 dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren und dessen Bedeutung für die Bevölkerung des Dorfes sowie der ehemaligen Theatertradition, welche leider in Kaisten seit vielen Jahren verschwunden ist. In Ittenthal erinneren zumindest die Gastspiele der Kirchspieler Freizeitbühne auch heute noch an das ehemalige «Kulturgut auf der Bühne».
«Personalien», «Unsere Brautpaare» und «Unsere Verstorbenen» komplettieren die Berichterstattung mit glücklichen und traurigen Ereignissen in Kaisten und Ittenthal im Jahr 2020 ab. Ein Nachruf musste dabei auch dem Laufenburger Künstler Erwin Rehmann gewidmet werden. Zeitlebens war der Kunstschaffende seiner Heimatgemeinde Kaisten eng verbunden. Verstorben ist er am 11. Dezember in seinem 100. Lebensjahr – als eines der vielen Opfer der Corona-Pandemie.

Unser Bild: Druckfrisch durch Schüler in alle Haushaltungnen von Kaisten und Ittenthal verteilt: Der Kaister Rückspiegel 2020
Foto: zVg
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