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Zeiningen

(eing.) Kein Fricktaler Cup, kein Turnfest, kein Endturnen, kein Zeininger Halbmarathon, kein Zeiniger Märt, nichts. Das Corona-Virus hat das stattliche Jahresprogramm des TV Zeiningen komplett über den Haufen geworfen. Mit der Turnfahrt konnte seit dem Winter nun endlich wieder ein Anlass durchgeführt werden.

16 Turnerinnen und Turner trafen sich am Morgen des 5. Septembers. Es herrschte bereits strahlender Sonnenschein und alle freuten sich auf einen tollen Wandertag. In einem Büssli und einem Auto ging die Reise ins Toggenburg – genauer gesagt in die Mosnanger Ortschaft Libingen. Von dort aus marschierte die Gruppe aufs Schnebelhorn, den höchsten Punkt des Kantons Zürich. Nachdem alle ihr Picknick zu sich genommen und den tollen Ausblick aufs Zürcher Oberland, den Zürichsee, den Greifensee sowie das Toggenburg genossen haben, ging es an den Abstieg.
Ein paar Kilometer später kühlten sich die Turnerinnen und Turner mit einem Eistee oder einem Bier in einem Bergrestaurant ab. Während sich die einen noch eine zweite Erfrischung gönnten, wanderten die anderen eine Zusatzschlaufe, ehe man sich etwas später oberhalb des Restaurants wiedertraf. Nach insgesamt gut vier Stunden kamen alle gemeinsam wieder beim Parkplatz an.
Weiter ging es mit einer kurzen Fahrt in die Mosnanger Ortschaft Mühlrüti ins Gasthaus Hulftegg. Nach dem Duschen, Umziehen und ausgiebigen Aperölen gab es für die TVZler ein feines Nachtessen.
Für den zweiten Tag haben die Organisatoren Tim und Mira zwei Überraschungsaktivitäten geplant. Nachdem sich alle am üppigen Frühstücksbuffet gestärkt hatten, ging es weiter in den Osten. Die Turnerinnen und Turner stellten viele Vermutungen auf, wo es wohl hingehen mag. Ideen wie Escape Room, Rodelbahn oder Alphornspielen stellten sich als falsch heraus.
Auf dem Landsgemeindeplatz in Appenzell wartete Martin.  Beim ersten Blick wirkte er nicht speziell – da es regnete, trug er eine Regenjacke und hielt einen Schirm in der Hand. Nachdem man gemeinsam in den Saal eines Restaurants gegangen war, staunte die Gruppe nicht schlecht. Martin war «e woschechtä Innerrhödler» und trug die Appenzeller Festtagstracht. In unverkennbarem Innerrhoder Dialekt erzählte er stolz von den Details seiner Tracht: Das rote «Liibli» gehört dazu, ebenso die braune Lederhose, die sich nicht ganz einfach öffnen lässt. Zuletzt weihte er alle ebenfalls darin ein, wie man die Appenzell Innerrhoder von der Appenzell Ausserrhoder und der Toggenburger Tracht unterscheiden könne.
Nun ging es ans Eingemachte. Das «Ruggusseli» – ein Naturjodel – sollte einstudiert werden. Martin teilte die Frauen in die Stimmlagen «Jodlerinnen» und «Gradhäbe» und die Männer in «erster Bass» und «zweiter Bass» und verteilte ein paar Milchbecken fürs Talerschwingen. Was zuerst mit viel Entsetzen und «Was? Ich muess vor allne singe?» aufgefasst wurde, entpuppte sich nach ein paar Wiederholungen als lustiger Spass. Martin motivierte alle immer wieder mit «Eifach züche und nid loslo!» oder «Ufmerksam si und guet ofenand lose!». Nach zwei Hauptproben dann das Highlight: Die Turner sangen das «Ruggusseli» in der Appenzeller Innenstadt für Passanten. Schade war, dass es in Strömen regnete, was etwas die Atmosphäre hemmte. Leider wissen die Zeininger bis jetzt nicht, ob es daran lag, dass alle Leute ihre Regenschirme halten mussten, sodass niemand geklatscht hat oder ob ihr atemberaubender Auftritt die Leute in eine tranceartige Regungslosigkeit trieb.
Nach der Mittagspause im Restaurant Säntis führte ein kurzer Spaziergang durch das schöne Städtchen zum zweiten Programmpunkt. Die Gruppe konnte die Appenzeller Alpenbitter AG besichtigen und viel Spannendes über das Traditionsunternehmen erfahren. Die Verköstigung der verschiedenen Produkte rundete unseren Besuch in Appenzell optimal ab.
Nach einem ereignisreichen Wochenende freuen sich alle Mitglieder des TV Zeiningen, wenn bald wieder mehr Anlässe stattfinden und die Geselligkeit gepflegt werden kann. Foto: zVg

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